Am dritten Tag der Konferenz werden die Töne schärfer. Während es in den Fachgremien an die Arbeit ging haben die verschiedenen Interessengruppen (USA, Europa, China, Entwicklungsländer) haben begonnen sich zu positionieren. So stellt z.B. China stellt klar, dass USA und Europa ambitioniertere Reduktionsziele vorlegen sollten. Zudem sorgte ein inoffizielles Papier für Aufregung unter den sogenannten G77. Der Vorwurf: die Industrieländer schlagen nur vage Reduktionsziele vor, versprechen Geld, wenig und nur bis 2012 und verlangen von den Entwicklungsländern eine Reduktion der Emissionen. Das sei einem Null-Wachstum gleichzusetzen, so der Vorwurf.
Präsident Obama bekommt Rückenwind: Da Kohlendioxid als Schadstoff von der EPA eingestuft wurde, kann der Präsident nun weitergehende Entscheidungen alleine treffen.Von Rebuplikanern wurde angekündigt selbt nach Kopenhagen fahren zu wollen.. Es kommen Erinnerungen auf an Präsident Clinton, der für die USA das Kyotoprotokoll unterschrieben hat. Es wurde von den USA jedoch nie ratifiziert. Die Entwicklungsländer pochen auf Unterstützung.
Im Side Event berichtete Prof. Dr. Hartiwg vond er WWU über das Instrument des Zertifikatehandels, das 1968 in die wirtschaftswissenschaftliche Diskussion eingebracht, als einziges Instrument gleichermaßen innovationsfördernd, ökonomisch effizient und ökologisch treffsicher sei. Steuern auf Kohlendioxid würden das letztgenannte Kriterium nicht erfüllen. Er stellte weiter das Beispiel des 2012 beginnenden Zertifikatehandes für den Europäischen Luftverkehr vor, welches Allokationen nach dem Großvaterpirnzip (jede Airline erhält 97% Zertifikate anteilig ihres Aufkommens von 2010 geschenkt) ausgegeben wird. Dies habe die absurde Folge, dass die Fluglinien nun umso mehr Billigflüge anböten, um auf eine hohe Summe an Zertifikaten zu kommen.
Dennoch: am Instrument des Zertifikatehandels führt kein Weg vorbei.