Die NGOs Germanwatch und Clima Action Network (CAN) haben gestern ihren Klimaschutz-Index 2010 für das vergangene Jahr vorgestellt. Der Klimaschutz-Index stellt anhand von Faktoren wie Emissionstrends nach Sektoren (Energie, Transport, Gebäude und Industrie), Emissionsniveau und Klimapolitik die aktive Beteiligung eines Landes an der Zielvorgabe die weltweite Erwärmung unterhalb der Zielmarke von 2 Grad zu halten.
Besonders interessant ist hier der Vergleich mit den Bewertungen einzelner Länder mit ihren Ergebnissen in den Vorjahren. Hier ist die Platzierung von Brasilien auf dem vordersten Rang der bewerteten Länder eine auffällige Änderung. Vor Schweden, Großbritannien, Deutschland und Frankreich liegt erstmalig ein Entwicklungsland in der Summe seiner Maßnahmen und den wichtigen politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Deutschland rutscht insbesondere durch die unmotivierten Meseberger Klimabeschlüsse von 2007 und ihre schleppende Umsetzung auf den siebten Platz ab. Ironischerweise kann allerdings die derzeitige Wirtschaftskrise auch in Deutschland den von der Politik bisher als unrealistisch bezeichneten Zielwert von 40 % CO2-Reduktion bis 2020 zu erreichen helfen. Immerhin war der Mangel an blühenden Landschaften nach der Wende ein Glücksfall für die gesamtdeutsche Umweltbilanz der letzten zwanzig Jahre.