REDD…
Jährlich werden weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald abgebrannt oder gerodet, das entspricht einer Fläche viermal so groß wie Belgien. Die Hälfte dieser Verluste mit den daraus resultierenden Emissionen wurden bis vor wenigen Jahren den Rodungen des Regenwaldes am Amazonas zugeschrieben.
Mit der Einführung des REDD-Mechanismus („Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“) auf der Klimakonferenz in Montreal 2006 sollte diese Entwicklung gestoppt werden. Dahinter steckt die Idee, dem im Holz gespeicherten Kohlenstoff einen ökonomischen Wert beizumessen um damit wirtschaftliche Anreize für den Stopp der Entwaldung anbieten zu können. So führte der Stern-Report von 2006 aus, dass die Drosselung der weltweiten Entwaldung der kostengünstigste Weg ist, die Kohlendioxid-Emissionen zu verringern.
Dank REDD ist Brasilien nun neuer Spitzenreiter des von „Germanwatch“ entwickelten Klimaschutz-Indexes. Eine Überraschung: Denn seitdem Erlöse aus dem Handel mit „Kohlenstoffgutschriften“ mit den Erträgen aus der Rinderzucht und Sojaernten konkurrieren können, ist die Abholzungsrate Brasiliens in den vergangenen 4 Jahren um 42 Prozent gesunken. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird es sogar für möglich gehalten die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bis zum Jahr 2020 endgültig zu beenden.
Probleme:
- Wie könnte REDD finanziert werden?
a) Marktbasiert: Einbindung in CO2-Handel oder Freiwilliger Markt
- veraltete, aber gewinnträchtige Technologien können durch kostengünstige Investitionen in Waldschutz aufrechterhalten werden
- fehlender Anreiz zur Entwicklung effizienterer Technologien
b) Marktgekoppelt: Etablierung eines separaten REDD Marktes
c) Fondbasiert: Finanzierung aus Spenden, Steuereinnahmen (z.B. Kerosin-Steuer) und/oder Auktionsgewinnen
- Monitoring/Kontrolle: für die Messung von Entwaldung Satellitenbilder als Grundlage, fehlende Methodik zur Erfassung von Degradation & Kohlenstoffspeicher
- Fehlende Berücksichtigung der Biodiversität à Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen
- Verdrängung lokaler Bevölkerung durch Aufforstungsprojekte
Aktueller Stand der REDD-Verhandlungen in Kopenhagen
Zur Zeit gibt es keine Anzeichen darauf, dass es in Kopenhagen zu konkreten und effektiven REDD-Verträgen kommt.
Laut vieler NGOs nehmen viele Regierungen Abstand davon, verbindliche Ziele zum Waldschutz festzulegen.
Die Finanzierung ist unklar, sodass sich viele Entwicklungsländer fragen wie sie gleichzeitig die Anpassung an die Folgen des Klimawandels und die Aufforstung der Wälder bezahlen sollen.
Ziel des REDD-Vertrags ist es nicht nur, die Wälder zu schützen, sondern gleichzeitg die einheimische Bevölkerung, die vom Wald abhängig ist, in die Verträge zu integrieren und für ihr Engagement zu belohnen um so einen Anreiz zum Waldschutz zu schaffen. Aber vor allem die VertreterInnen der USA, Neuseeland, Kanada, Australien und Indonesien wollen die Rechte der Indigenen durch schwammige Formulierungen beschränken, so wie es bei vorherigen Aufforstungsprojekten z.B. im Nationalpark Modhupur in Bangladesh oder am Mount Elgon im östlichen Uganda geschehen ist.
Eines ist klar: ohne Berücksichtigung der Rechte einheimischer Bevölkerungen ist die erfolgreiche und menschenwürdige Umsetzung eines solchen Vertrages nicht möglich.